Teesorten nach Jahreszeit: Die beste Saison für Grüntee, Kräutertee und co.

Teesorten nach Jahreszeit

Tee ist ein Getränk, das nicht nur durch seine Vielfalt, sondern auch durch seine Saisonabhängigkeit beeindruckt. Mit wechselnden Jahreszeiten ändern sich die Vorlieben für bestimmte Teesorten, die nicht nur den Geschmack, sondern auch die Stimmung und das Wohlbefinden beeinflussen können. Im Frühjahr, wenn die Natur zu neuem Leben erwacht, bevorzugen viele leichte und erfrischende Tees, die beleben und die Frühjahrsmüdigkeit vertreiben.

Mit der Sommerhitze werden kühlende Teesorten mit Minze oder Grüntees wie Long Jing beliebt, die für ihre erfrischenden Eigenschaften bekannt sind. Im Herbst, wenn die Tage kürzer und kühler werden, steigt das Bedürfnis nach Wärme und Gemütlichkeit. Hier kommen vollmundige und wärmende Sorten, wie Schwarztee, ins Spiel. Der Winter ruft schließlich nach besonders kräftigen und wärmenden Teesorten, die dazu beitragen, die Kälte abzuwehren und das Immunsystem zu stärken.

In diesem Artikel

  • Die Auswahl von Teesorten richtet sich nach den Jahreszeiten und den damit verbundenen Bedürfnissen.
  • Im Frühling und Sommer dominieren leichte und erfrischende Tees, während Herbst und Winter nach würzigen und wärmenden Tees verlangen.
  • Die Zubereitung und Verkostung von Tee variiert je nach Teesorte und Jahreszeit.

Frühjahrstees

Die Auswahl von Teesorten richtet sich nach den Jahreszeiten und den damit verbundenen Bedürfnissen.
Die Auswahl von Teesorten richtet sich nach den Jahreszeiten und den damit verbundenen Bedürfnissen.
Bild: © Sven Oppermann

Beim Wechsel der Jahreszeiten finden insbesondere grüner und weißer Tee aus der Camellia sinensis Pflanze aufgrund ihrer erfrischenden und vitalisierenden Eigenschaften im Frühling große Beliebtheit. Sie bieten eine Vielzahl an Aromen und enthalten wertvolle Polyphenole.

Grüner Tee

Grüner Tee ist für seine belebende Wirkung bekannt, wobei sein Koffeingehalt geringer ausfällt als bei schwarzem Tee. Im Frühling erfreut sich besonders der Darjeeling Grüntee aus der ersten Ernte, der als First Flush bezeichnet wird, großer Beliebtheit. Er besticht durch ein zartes Aroma und gilt als besonders hochwertig. Eine weitere beliebte Sorte ist Sencha, ein japanischer grüner Tee, der sich durch sein frisches, leicht grasiges Aroma auszeichnet. Matcha, das fein gemahlene Pulver aus grünen Teeblättern, bietet eine intensivere Erfahrung und gilt als besonders reich an Polyphenolen.

Zubereitung:

  1. Wasser auf etwa 80 °C erhitzen (nicht kochend).
  2. 1-2 Teelöffel Teeblätter pro Tasse hinzufügen.
  3. Je nach Teesorte 1-3 Minuten ziehen lassen.

Weißer Tee

Weißer Tee, oft als der reinste Tee angesehen, wird aus den jungen Knospen der Teepflanze gewonnen. Durch seine minimale Verarbeitung behält er einen hohen Anteil an Antioxidantien. Zu den beliebten Frühjahrstees dieser Kategorie zählt der Bai Mu Dan, der durch seinen milden Geschmack und floralen Aromen punktet. Weißer Tee gilt als vegane Option und ist für seine niedrigeren Koffeingehalte bekannt, was ihn zu einer sanfteren Alternative macht.

Zubereitung:

  1. Wasser auf 70-80 °C erhitzen.
  2. Ein gehäufter Teelöffel Blätter pro Tasse verwenden.
  3. Zwischen 2-5 Minuten ziehen lassen, um die feinen Aromen zu entfalten.

Sommertees

Im Frühling und Sommer dominieren leichte und erfrischende Tees, während Herbst und Winter nach würzigen und wärmenden Tees verlangen.
Im Frühling und Sommer dominieren leichte und erfrischende Tees, während Herbst und Winter nach würzigen und wärmenden Tees verlangen.
Bild: © Julia Oppermann

In den Sommermonaten suchen Verbraucher insbesondere nach erfrischenden Tees, die sowohl warm als auch kalt genossen werden können. Sommertees zeichnen sich durch frische Aromen, oftmals koffeinfreie Zutaten, und die Möglichkeit aus, den Durst zu löschen und dabei Vitamine sowie Mineralstoffe zu liefern.

Früchtetee

Früchtetees zeichnen sich durch eine Vielfalt an Geschmacksrichtungen aus und sind besonders im Sommer beliebt. Sie enthalten oft Zutaten wie Hibiskus, Zitrone, Orange, Waldfrucht, Himbeere und Erdbeere. Eine Zubereitung mit kaltem Wasser ist möglich und wird als Cold Brew bezeichnet.

  • Zutaten: Verschiedene Früchte
  • Geschmack: Fruchtig-frisch
  • Besonderheit: Enthält oft keine anregenden Substanzen wie Koffein

Kräutertee

Kräutertees wie Pfefferminztee bieten gerade an heißen Tagen eine erfrischende Wirkung. Zutaten wie Eingwer und Zitronengras verleihen zusätzliche spritzige Noten und können ohne Zugabe von Zucker genossen werden. Sie sind in der Regel koffeinfrei und können somit den ganzen Tag über getrunken werden.

  • Zutaten: Kräuter wie Pfefferminz, Eingwer, Zitronengras
  • Geschmack: Erfrischend und würzig
  • Eigenschaften: Koffeinfrei und durstlöschend

Eistee Varianten

Eistees sind ein Klassiker im Sommer und werden aus schwarzen, grünen oder Kräutertees hergestellt. Sie werden oft gekühlt und mit Eiswürfeln serviert, können aber auch mit natürlichen Aromen wie Früchten oder Kräutern angereichert sein.

  • Grundlage: Grüner Tee, Schwarzer Tee, Kräutertee
  • Zubereitung: Gekühlt, mit oder ohne Eiswürfel
  • Vorteile: Erfrischend und variabel in den Geschmacksrichtungen

Herbstsortiment

Die Zubereitung und Verkostung von Tee variiert je nach Teesorte und Jahreszeit.
Die Zubereitung und Verkostung von Tee variiert je nach Teesorte und Jahreszeit.
Bild: © Julia Oppermann

Im Herbst nimmt der Genuss von Tee wegen des kühleren Wetters und der kürzeren Tage zu. Die Aromen sind oft wärmend und die Teesorten sind durch höheren Koffeingehalt oder wohltuende Gewürze charakterisiert, um für Behaglichkeit in der stürmischen Jahreszeit zu sorgen.

Schwarzer Tee

Schwarzer Tee zeichnet sich durch einen kräftigen Geschmack und höheren Koffeingehalt aus, was ihn zu einer beliebten Wahl in der herbstlichen Teesaison macht. Besondere Sorten wie Second Flush Assam vereinen würzige und malzige Noten. Bekannte Mischungen wie Earl Grey bieten durch das Bergamotte-Aroma eine belebende Frische. Darjeeling Tee wiederum, dank seinem leicht blumigen Geschmack, bietet eine wohlige Auszeit an regnerischen Herbsttagen.

  • Beliebte Aromen: Zimt, Ingwer, Nelken
  • Typische Zubereitung: pur oder mit Milch bzw. Sahne

Oolong Tee

Oolong Tee ist im Herbst für seine vielschichtigen Geschmackserlebnisse bekannt. Dieser teils fermentierte Tee verbindet Eigenschaften von grünem und schwarzem Tee. Aromen reichen von süßlich-blumig bis hin zu würzig-erdig, was ihn sehr vielseitig macht. Sorten wie Tie Guan Yin oder dunklere Da Hong Pao passen gut zu herbstlichen Früchten oder Gewürzen wie Zimt und sind ebenfalls Teil des herbstlichen Sortiments.

  • Aromenvielfalt: blumig, fruchtig, würzige Noten
  • Wirkung: sowohl anregend als auch entspannend durch unterschiedlichen Koffeingehalt

Wintertees

Im Winter suchen Teeliebhaber nach Sorten, die nicht nur wärmen, sondern auch das Immunsystem stärken und ein Gefühl von Behaglichkeit vermitteln. Gewürztees und Rooibos Tee sind dabei besonders beliebt, da sie koffeinfrei sind und mit typischen Wintergewürzen verfeinert werden können.

Gewürztee

Gewürztees gehören im Winter zu den Favoriten. Sie vereinen traditionelle Gewürze wie Zimt, Kardamom und Nelken, die für ihre wohltuenden Eigenschaften bekannt sind. Chai zum Beispiel ist ein klassischer indischer Gewürztee, der meist eine kraftvolle Mischung aus diesen Gewürzen enthält. Hier ist eine Auflistung der häufigsten Zutaten und ihrer Wirkung:

  • Zimt: Wärmend und wohlfühlend, oft zur Stärkung des Immunsystems eingesetzt.
  • Kardamom: Kann das Verdauungssystem unterstützen und hat einen charakteristischen Geschmack.
  • Nelken: Bekannt für ihre antiseptischen Eigenschaften, verleihen sie dem Tee eine würzige Note.

Diese Zutaten werden traditionell mit Schwarztee kombiniert, dennoch gibt es auch koffeinfreie Varianten, die auf diese Basis verzichten.

Rooibos Tee

Rooibos Tee, der aus der Pflanze Aspalathus linearis gewonnen wird, ist für seine vielfältigen Gesundheitsvorteile während des Winters geschätzt. Er ist von Natur aus koffeinfrei und reich an Antioxidantien. Hier sind einige spezifischere Punkte:

  • Immunsystem: Rooibos kann eine unterstützende Rolle für das Immunsystem spielen.
  • Honeybush: Eine verwandte Pflanze, die oft mit Rooibos gemischt wird und ähnliche Eigenschaften aufweist.

Darüber hinaus ist Rooibos Tee mit seinem milden, leicht süßlichen Geschmack eine wohltuende Alternative zu kräftigeren Gewürztees und kann wunderbar mit Gewürzen wie Zimt oder Kardamom verfeinert werden, um ihn an die kalte Jahreszeit anzupassen.

Besondere Teearten und ihre Eigenschaftsprofile

Die Eigenschaftsprofile besonderer Teearten wie Matcha, Rooibos und Kräuter- sowie Früchtetees illustrieren, welch kraftvolles Spektrum an Aromen und gesundheitlichen Vorteilen Tees bieten können. Sie reichen von stoffwechselanregenden bis hin zu blutdrucksenkenden Effekten und spielen für gesundheitsbewusste Menschen eine bedeutende Rolle.

Matcha Tee

Matcha Tee ist ein fein gemahlenes Pulver aus speziell beschatteten und verarbeiteten Grünteeblättern. Im Vergleich zu herkömmlichem grünen Tee zeichnet sich Matcha durch ein intensiveres Aroma und eine leuchtend grüne Farbe aus. Aufgrund der Einbeziehung des ganzen Teeblatts beim Aufguss, bietet Matcha Tee ein hohes Maß an Antioxidantien, die entzündungshemmende Eigenschaften aufweisen und den Stoffwechsel anregen können.

  • Geschmack: Umami, leicht bitter
  • Gesundheitliche Vorteile: Stoffwechselanregend, entzündungshemmend

Rooibos Tee

Rooibos Tee, der aus den Nadeln des südafrikanischen Rotbuschs gewonnen wird, enthält kein Koffein und ist bekannt für seine natürliche Süße und sein nussiges Aroma. Seine Eigenschaften umfassen eine krampflösende Wirkung und er kann zum Blutdrucksenken beitragen. Echte Teesorten enthalten gewöhnlich Koffein, doch Rooibos stellt eine hervorragende Alternative für Koffeinmeidende dar und ist zudem reich an Mineralstoffen.

  • Geschmack: Natürlich süß, leicht nussig
  • Gesundheitliche Vorteile: Blutdrucksenkend, krampflösend

Kräuter- und Früchtetees

Kräuter- und Früchtetees sind für ihre Vielfalt an Aromen und Pflanzenteilen bekannt. Sie werden aus einer Mischung verschiedener Pflanzen wie Blätter, Blüten, Früchte und Wurzeln hergestellt. Diese Teesorten bergen eine Reihe an gesundheitsbewussten Eigenschaften: Einige können durch ihre antibakteriellen Wirkstoffe zur Kariesprävention beitragen, während andere durch ihre Aromen die Sinne beleben und zum allgemeinen Wohlbefinden beitragen.

  • Aromen: Von zart blumig bis kräftig fruchtig
  • Gesundheitliche Vorteile: Kariespräventiv, gesundheitsbewusst

Teezubereitung und Verkostung

Die Zubereitung verschiedener Teesorten und deren Verkostung sind essentielle Fertigkeiten, um die Nuancen und Geschmacksprofile der Tees nach Jahreszeit vollständig erfassen zu können.

Zubereitungstechniken

Die richtige Zubereitung von Tee unterscheidet sich zwischen den Teesorten. Unter Anwendung spezifischer Techniken kann man dem Darjeeling seine blumige Note entlocken, während Assam eine malzige Tiefe aufweist, die bei korrekter Zubereitung hervortritt. Chinesische Teesorten, wie Sencha und Matcha, sind bekannt für ihre Verarbeitung und Zubereitung, die sich in Klarheit im Geschmack spiegeln. Hier einige spezifische Zubereitungsempfehlungen:

  • Darjeeling: Eine Wassertemperatur von ca. 90°C und eine Ziehzeit von 3-4 Minuten sorgt für ein optimales Aroma.
  • Assam: Ein vollmundiger Geschmack wird bei einer Wassertemperatur von 100°C und einer Ziehzeit von 3-5 Minuten erzielt.
  • Sencha: Um seine Feinheiten zu erfassen, sollte er bei etwa 70°C für 1-2 Minuten ziehen.
  • Matcha: Die Zubereitung erfordert, dass das Pulver geschlagen wird, nicht gezogen – heißes Wasser und schnelles Rühren entfalten das volle Aroma.

Eine angemessene Portionierung und die Betrachtung des Koffeingehalts sind wichtig. Teezubereitung ist ein bedeutsamer Teil der globalen Teekultur und erfordert Sorgfalt, um die einzelnen Teesorten in ihrer Reinheit und Besonderheit zu erleben.

Geschmacksprofile erkennen

Um das Geschmacksprofil eines Tees zu erfassen, sollte man bei der Verkostung auf verschiedene Attribute wie Aroma, Körper, Süße und Bitterkeit achten. Teekulturen aus Regionen wie China und Japan haben die Verkostung zur Kunst erhoben. Sie betonen die Bedeutung der vollen Entfaltung des Geschmacks durch die Nutzung von Standardverfahren, die präzise Portionierung, Ziehzeit und Temperatur einschließen.

  • Darjeeling: Charakteristisch sind Noten von Moschus und eine gewisse Frische.
  • Assam: Bietet einen starken, körperreichen und leicht süßen Geschmack.
  • Chinesische Tees: Variieren stark, Sencha zum Beispiel bietet grasige Noten, während Matcha eine umami-reiche Süße hat.

Ein bewusstes Zubereiten und eine aufmerksame Verkostung sind daher unabdingbar, um den vollen Reichtum des Tee-Erlebnisses zu erfassen und zu differenzieren, ob Zucker zugegeben werden muss oder der eigenständige Geschmack des Tees im Vordergrund stehen sollte.

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